2009 April - Mai: Bahamas
 

2009 April - Mai: Bahamas

Seit Anfangs April ist Mary nun wieder zurück auf der Marady. Sie hat unter anderem den Unterboden des Dinghi und des Kat's von all den Muscheln, Algen und was sonst noch in diesen Gewässern gedeiht, befreit: für die Hulls musste sie 4 Tage tauchen. Diese Arbeit wird allgemein als Männersache angesehen, deshalb nennen sie Mary hier nun "the lady who did the hulls". Dass sie dann auch die Fische selber ausgenommen hat, hat die Leute nicht mehr arg überrascht, aber sie hatten ihren Spass. Schliesslich waren es die ersten Fische, die sie ausnahm, dementsprechend sah sie dann auch aus: übersät mit Schuppen von Scheitel bis Fuss. Aber geschmeckt haben sie sehr gut, auch wenn wir sie nicht selber gefangen haben: Lesley der Fischer hat sie uns geschenkt.

Die bahamian time haben wir hier auch kennen gelernt: wenn der Schweisser sagt "tomorrow 08.00" heisst dass ca 10.00 oder übermorgen. Nach einem Schweisser wechsel und 2 Wochen Zeit standen dann unsere zwei Windgeneratoren und Dinghi Halterung nach Adys Design und Vorarbeiten. Die Bahamesen haben wirklich Zeit ohne Ende, da muss man Geduld lernen. Gestern war irgend was offizielles auf der Insel und da konnte die Polizei schon mal eine Stunde den ganzen Verkehr aufhalten indem sie ein Schwätzchen über das Wetter hielten.

Und man lernt natürlich viele Leute kennen; mit Carolyne & Mike (ca. 60) war Mary einmal zum schnorcheln am Riff: FANTASTISCH! Fische in allen Farben, und man kann sie fast anfassen sie kommen so nahe !

Hank & Diane (ca.63) sind auch sehr liebenswert. Er hat in 8 Jahren den Kat "Adanac" (muss man rückwärts lesen) selber gebaut, eigentlich wollten sie um die Welt segeln. Aber Diane merkte dann, dass sie das Hochseesegeln nicht so mag und so waren sie seit zwei Jahren zwischen Canada und Bahamas unterwegs. Leider hatten sie sehr viel Pech in den letzten paar Wochen: zu erst viel der Tiefenmesser aus, dann ist einer der Saildrives (Motorenantrieb) abgebrochen, danach die Hydraulik des Steuers am Arsch, und zu guter letzt schlug ein Blitz, in's Nachbarsschiff, der hat dann auch noch ihren Navigations Computer in's Jenseits befördert. Nun denken sie daran den Kat zu verkaufen. In der Zwischenzeit sind sie auch weg, wie die Meisten. Geblieben ist Taffy & Nora (ca. 60), sie haben ein wunderschönes Einrumpf Schiff und können von einem Patent, auf dem Taffy die Rechte hat, gut leben.

Und dann haben wir noch Pascal: ein Schweizer der in der hiesigen Sands Bierbrauerei arbeitet und die ersten 12 Jahre seines Lebens in Sursee verbracht hat. Er hat Mary zur Geburtstagsfeier 2 Kartons a` 24 Flaschen Bier gebracht. Ady ist seit langem hell begeistert vom dunklen "Strong Back", eine Art Guiness aber eben besser. Der Kühlschrank ist jezt voll auf Isolation getrimmt., Ady hat ihn komplett umgebaut, er hat jetzt zwei neue Türen und viel Isolation. Nun brauchen wir nur ca 8 Ampere die Stunde 3 mal pro Tag für 30min um auf 7 °C zu kühlen.

Heute hat Mary von unserem Nachbar Tom (63) ein T-Shirt gekauft: er lebte auf Trinidad und hat für ABB gearbeitet, nun leitet er ehrenamtlich BASRA Grand Bahamas (Bahamian Air and Sea Rescue Association), das ist eine Seerettunswacht. Da der Staat kein Gled für so was frei machen will, wird alles von Freiwillgen und Spenden getragen. Da kann es auch mal vorkommen, das kein Geld für Treibstoff in der Kasse ist. Neben uns liegt BASRA 1, ihr bestes Rettungsboot. Nach einem Crash vor einem Jahr ist es nun wieder fast wie neu (für 100'000 US$) ! Das Shirt war mit 25 $ sehr teuer, aber es ist wenigstens für einen guten Zweck und gute Qualität (für 10$ kriegt man hier 4 Shirts die nur zwei mal waschen überleben). Die Preise hier sind sonst horrend hoch, weil alles importierte mit 36% Steuer belegt wird. Dafür zahlen die Einheimischen hier keine Steuern. Interessant ist, dass man die gleichen Lebensmittel oft in einem Laden um die Hälfte billiger kriegt als in einem anderen. Da ist auch das Einkaufen eine Arbeit von mehreren Tagen um die Preise zu vergleichen.

Mitte Mai werden wir die Bahamas verlassen um nach den Bermudas zu segeln und dann über die Azoren nach Portugal zu gelangen. Von da aus planen wir für kurtze Zeit nach Hause zu kommen.

 
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