2009 November - Dezember: Kanaren, Teil 2
 

2009 November - Dezember: Kanaren, Teil 2

Ady hat seinen Heimaturlaub hinter sich. Er hat eine ganze Palette mit Geräten, Batterien und so vielem mehr, das noch in der Schweiz war und das wir hier vermisst haben, auf eine Palette verpackt und diese zum Versand gebracht.

Ich, Mary habe in dieser Zeit den Katamaran innen und aussen geputzt, Kleider gewaschen, Gasflaschen abgeschliffen, frisch gestrichen und aufgefüllt und so einiges mehr erledigt. Zwei Tage hatten wir starken Wind und Schwell in der Bucht, so dass ich nicht mit dem Dinghi an Land rudern konnte (den Motor habe ich abmontieren lassen). Dafür hat sich eine Möve in einem unserer Windgeneratoren verirrt: sie wurde prompt in zwei Hälften geteilt! Durch den Aufprall wurde der Windgenerator beschädigt und muss nun Repariert werden.

Arne und Henrieke haben sich von uns verabschiedet um die Atlantiküberquerung nach Antigua in Angriff zu nehmen. Antonio bleibt in Arrecife, wo er erst mal seinen Geldbeutel auffüllen muss um neue Segel zu kaufen. So hat sich nun die „Flores-Gang“ aufgelöst.

Bei seiner Rückkehr wurde Ady von unserem Kollegen Rainer begleitet, welcher eine Woche als Gast auf der MARADY verbrachte. Als Mary die MARADY Richtung Schweiz verliess, segelten die beiden nach Las Palmas de Gran Canaria. Leider kamen sie in ein kurzes Gewitter, welches das Bimini anriss weil die Fockschot sich verhedert hatte und sich ein paar Minuten nicht mehr dicht nehmen lies. Das ging unserem Gast ziemlich unter die Haut, so dass der Rest der Reise unter Motor fortgesetzt wurde. Am Tag bevor sie in Las Palmas einliefen verlor ein Tanker Schweroel. Mit dem Ergebnis, dass die MARADY nicht mit einem roten Teppich, sondern mit einem schwarzen, schmierigen empfangen wurde, welcher natürlich hartnäckig an den Rümpfen klebt.

Zudem hat Ady noch das hiesige Gesundheitswesen getestet: eines Nachts erwachte er mit so abartig schweren Bauchschmerzen, dass er mit dem Dinghi an Land ging um Hilfe zu suchen. Im Restaurant meinten sie erst, er sei betrunken. Aber als der Ernst der Lage erkannt wurde, war auch eine Ambulanz schnell zur Stelle. Im Spital stellte sich dann heraus, dass Ady anstatt Edelsteine Nierensteine produziert! Mit Medikamenten versorgt konnte er dann das Spital im Morgengrauen verlassen. Die medizinische Versorgung auf den Kanaren ist kostenlos.

Am 10. Dezember kam auch ich nach meinem Heimaturlaub zurück. Es war schön, die Familie und Freunde wieder mal zu sehen, aber ich kam auch gerne wieder auf unser schwimmendes Zuhause zurück.

Unsere Palette kam dann auch wohlbehalten in Sta. Cruz de Teneriffe an, wo wir sie nach harter Anfahrt schliesslich abholten. Die knappe 500kg Material, vom Schraubenzieher über Tauchausrüstung bis zu Batterien und Solarzellen musste alles an Bord verstaut und montiert werden.

Die Rümpfe sind nun gereinigt und das Bimini wieder genäht. Eine Frau die auf einem Schiff dort lebt, hat für schlechte Arbeit 40Euro verlangt. Ein hiesiger Haute-Coutureschneider hat das Ganze dann für 15Euro erledigt.

Zudem bereiteten wir uns auf die Reise nach Senegal vor. Neben allem Proviant mussten auch Visa besorgt und Impfungen gemacht werden. Das Impfen ist hier eine hochoffizielle Sache! Zuerst kommt man zum Empfang des Tropeninstitutes, da erhält man ein Papier (in Spanisch) das man ausfüllen muss. Nach etwas Warten wird man zum Arzt vorgelassen, welcher den Impfausweis studiert und erläutert, was noch geimpft werden muss. Der Arzt händigt einem dann eine Rechnung aus, mit der muss man zur nächsten Bank. Nach so 45min warten (nur ein Schalter besetzt, aber viele Beamte die wichtig herum schlurfen) kann man einzahlen und mit dem abgestempelten Papier wieder in's Tropeninstitut. Danach gehts endlich in's „Impfzimmer“: da wird der Impfausweis von einem Beamten abgestempelt und eine Aerztin verpasst einem dann die gewünschte Gelbfieberimpfung.

Die mit Kunstschnee berieselten Weihnachtsbäume in den Schaufenstern hier bei 25°C regten bei uns keine Weihnachtsgefühle. Mit etwas Lametta, Kugeln und Lichtschlangen zauberten wir doch ein besinnliches Feeling auf der MARADY. Gefeiert haben wir dann mit Käsefondue.

Nun, da die zusätzliche Solarzelle montiert ist und auch die neuen Batterien angeschlossen sind steht unserer Weiterreise nichts mehr im Wege: sobald der Wind für uns günstig ist, verlassen wir die Kanaren mit dem Ziel Dakar/Senegal. Wie freuen uns riesig auf den Kontinent! Für Ady wird es der erste Besuch in Schwarzafrika sein.

 
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