2009 Oktober: Kanaren, Teil 1
 

2009 Oktober: Kanaren, Teil 1

Am 30. September konnten wir nach 3 Tagen Überfahrt unseren Anker im alten Stadthafen von Arrecife/Lanzarote/Canaries fallen lassen. Am letzten Tag hatten wir nur wenig Wind. Der verbleibende Lufthauch kam jedoch aus Norden, so dass wir wieder einmal gemütlich unter Spinnaker durch das ruhige Meer pflügten.

Lanzarote ist eine sehr trockene Insel, ausser etwas Weintrauben auf Lavagestein und einige bewässterte Palmen gedeiht nichts nennenswertes. Das Ambiente in der Hauptstadt Arrecife hat schon einen Touch von Afrika. Die vielen illegalen Einwanderer aus Nordamerika tragen da auch ihren Teil bei. Leider auch zur hohen Arbeitslosigkeit von über 10%. Durch den Einbruch der Tourismus- und Bauindustrie haben viele Einwohner ihre Arbeit verloren. Da es weder Grundwasser noch Regen gibt wird dass Süsswasser mittels Entsalzung von Seewasser gewonnen, was wiederum sehr Energie intensiv ist. Logische Folgerung ist, dass es keine öffentlich zugänglichen Wasserstellen gibt (nicht mal im Yachthafen). Wir dürfen unsere Kanister bei einem netten kleinen „Kiosk“ (kleine Bar) füllen.

Hier trifft sich auch wieder der verbleibende Rest der „Flores-Gang“: Arne und Henrieke von der „7 seas“ und Antonio von der „RazzleDazzle“. Antonio lebte lange hier in Arrecife und kennt viele Leute. Seine Freundin Chari betreibt hier das Restaurant „Andalucia“: ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle! Auf einer gemeinsamen Kneipentour lernten wir Emanuel kennen, dessen Leidenschaft es ist, Flamenco auf der Gitarre zu spielen. Er klärte sich bereit, ein Konzert auf der Marady zu geben! So fanden sich eines Abends 10 Personen auf unserem Katamaran ein und Emanuel, begleitet von seiner Schwester Anna, spielte zuerst Flamenco vom Feinsten. Danach wurden traditionelle Lieder gespielt und gesungen: wir alle genossen diesen aussergewöhnlichen Abend!

Aussergewöhnlich war auch der Abend des 19. Oktobers: seit mehr als 3 Monaten fielen wieder mal Regentropfen auf die Marady! Viel war es nicht, aber die oberste Schicht aus Salz und Schmutz an Deck wurde doch weggespült.

Hier im alten Hafen kann man kostenlos vor Anker liegen, logischerweise sind immer einige Yachten da und man nutzt die Gelegenheit zum Informations- & Erfahrungsaustausch.

Natürlich gibt es auch immer was zu tun: unsere Tische im Saloon und im Cockpit sind montiert und wir erfreuen uns an der glänzenden Lackschicht! Neben kleineren Arbeiten wurde auch der ganze Ballast neu verteilt: das heisst erst mal alles aus Bilgen und Ecken hervor kramen, neu zusammenstellen, in Boxen und Säcke verpacken und dann hinter den Motoren verstauen. Bei der Gelegenheit können zudem die Alternatoren, die sich weigern richtig zu laden, revidiert werden. Die Entdeckung einer lecken Dichtung im Kühlwasserkreislauf erfordert deren Auswechseln. Wie alle Reparaturen machen wir (oder besser gesagt vor allem Ady) alles selber.

Und auch das Buchen von Flügen und Zugreisen braucht seine Zeit, obwohl wir dank Alfa-Box Antenne richtig guten Internetaccess haben. Ja: Ady wird am 27. Oktober nach 1,5 Jahren wieder einmal helvetischen Boden betreten. Er wird zuerst mal eine Palette mit Material voll packen, welche dann nach Teneriffa verschickt wird, wo wir dann die Schätze aus der Heimat auf die Marady verladen werden. Mary wird in dieser Zeit die Marady bewachen und unser schwimmendes Zuhause für unseren ersten Feriengast an Bord herausputzen! Einer unser Kollegen wird Ende November eine Woche Urlaub auf der Marady verbringen.

 
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